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Drei Narrative über das Christentum in der Ukraine

Die Kirchenlandschaft in der Ukraine ist seit dem Ende der Sowjetunion unübersichtlich und zerteilt. Der Artikel analysiert drei Narrative über die rechtmäßige Rolle der christlichen Kirche in der Ukraine: das „römisch-katholische“, das „russische“ und das „griechische“.

Published onMay 22, 2022
Drei Narrative über das Christentum in der Ukraine
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1. Einleitung

Beim Verfassen dieses Textes tobt der Krieg in der Ukraine bereits seit zwei Monaten und es ist kein Ende des Konfliktes in Sicht. Vielmehr droht er, zu einer lang hinausgezogenen Fehde zu werden, weil keine der beiden Seiten in der Lage ist, der anderen den Sieg zuzugestehen. Die sich anfangs andeutende religiöse Dimension des Krieges hat sich inzwischen relativiert.1 Die Aktionen der russischen Armee können beim Vormarsch und vor allem im Rückzug nicht mehr mit religiösen Argumenten heruntergespielt, geschweige denn gerechtfertigt werden. Dennoch versucht Patriarch Kirill (Gundjajew) von Moskau dem Geschehen eine religiöse Deutung zu geben, in der die russischen Soldaten für Gott und Vaterland kämpften gegen eine in seiner Vorstellung verdorbene, gottlose westliche Welt, die irgendwie dabei sei, den Ukrainern den Weg zur Wahrheit zu versperren.

Die Rhetorik ist Analysten hinlänglich bekannt, überrascht dennoch immer wieder. Dabei ist es keinesfalls eine radikale Abkehr von dem, was Kirill und die Russische Orthodoxe Kirche seit Jahrzehnten predigen, sondern lediglich die äußeren Umstände haben sich gewandelt. Diese Rhetorik beruht auf der Vorstellung, dass die ukrainische Nation eine Art rebellischer kleiner Bruder der russischen Hauptnation sei, der ab und zu auf seinen rechten Platz gewiesen werden müsse. Inzwischen hat sich dieses Narrativ politisiert und wird von kirchlichen Akteuren, allen voran Patriarch Kirill, nur noch als Instrument im geopolitischen Kampf der Ideologien benutzt. Der Bezug zum religiösen Fundament ist längst verloren gegangen, obwohl es immer wieder mehr oder weniger laute Stimmen gibt, die einen Irrweg des Patriarchen beklagen.

Diese Stimmen kommen meist nicht (mehr) aus Russland selbst. Einem Aufruf des ukrainischen orthodoxen Priesters Andriy Pinchuk vom 11. April hatten sich nach nur einem Tag mehr als 300 Kleriker der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat) angeschlossen.2 In diesem Aufruf werden die Vorsteher der Orthodoxen Kirchen der Welt aufgefordert, sich deutlich auf die Seite des Evangeliums gegen den Patriarchen von Moskau zu stellen. Die von vielen Klerikern angeprangerte Distanz zur christlichen Botschaft hat jüngst auch zu Debatten um einen möglichen Ausschluss der Russischen Kirche aus dem Ökumenischen Rat der Kirchen ausgelöst.3

2. Die drei christlichen Narrative zur Ukraine

In dem vorliegenden Beitrag wird es allerdings nicht primär um diese aktuellen Ereignisse gehen, sondern es soll ein breiterer historischer Bogen geschlagen werden, um die Narrative über den Platz der Ukraine in der christlichen Theologie und Kirche zu umreißen. Das „russische“ Narrativ, das oben beschrieben wurde, ist nämlich nicht das einzige. Die Ukraine ist immer ein Grenzraum gewesen, der von verschiedenen Großmächten beansprucht wurde. Das ist sogar im Namen „Ukraine“ deutlich, der übersetzt so etwas wie „Umland“ oder „Grenzland“ heißt. Eine politische Selbständigkeit hatte die Ukraine erstmals für einige Monate nach dem Ersten Weltkrieg erlangt, bevor sie in die Sowjetunion eingegliedert wurde und bis 1991 Teil dieser war (Kappeler 2015). Der nach dem Zerfall der Sowjetunion entstandene Staat Ukraine war in mancher Hinsicht ein sowjetisches Konstrukt, das von den russischen Eliten als eine Art „Russland zweiter Klasse“ gesehen wurde, analog zur historischen Bezeichnung dieses Gebietes als „Kleinrussland“.

Allerdings geht es mir weniger um die politischen Narrative als um diejenigen der christlichen Kirche(n). Diese sind natürlich oft eng mit den politischen Entwicklungen verwoben, haben aber ihre Eigendynamik. Dabei gibt es vor allem drei solche externe Narrative, die den rechtmäßigen Platz der Ukraine und der Ukrainer in der Welt des Christentums thematisieren. Dies ist einerseits die schon genannte „russische“ Sicht, der gegenüber ein etwas jüngeres „griechisches“ Narrativ steht, und als drittes das aus dem Westen stammende römisch-katholische Narrativ. Alle drei Narrative haben eines gemeinsam, das sie auch mit einem Großteil der politischen Narrative über die Ukraine teilen, nämlich die Tendenz, den Ukrainern ihren Subjektstatus abzusprechen. Es geht ihnen selten darum, was die Ukrainer über sich selbst sagen, sondern eher darum, die Ukraine der eigenen In-Gruppe zuzuschlagen und eine Grenze gegenüber den „Anderen“ zu ziehen.

2.1. Das „katholische“ Narrativ

Ich fange mit der katholischen Sicht auf die Ukraine an, denn diese ist in vielerlei Hinsicht ein Außenseiter, die keine direkte Rolle im gegenwärtigen Krieg spielt. Dieses Narrativ hat seine Wurzeln Ende des 16. Jahrhunderts mit der sogenannten Union von Brest von 1596 (Senyk 1998; Suttner 1999, 123-137) - einer kirchlichen Union zwischen allen christlich-orthodoxen Bischöfe auf dem Territorium des damaligen polnisch-litauischen Königreiches und der römischen Kirche. Es war die erste Union der katholischen Kirche seit der Reformation, und sie läutete ein neues Paradigma in der katholischen Ekklesiologie ein (Suttner 1999, 128-129). Während alle Unionsversuche bis dahin als Universalunionen konzipiert worden waren, bei der sich zwei Parteien auf Kirchenebene gegenseitig Rechtmäßigkeit zusprachen, war die Union von Brest nur darauf gemünzt, von einer begrenzten Anzahl heterodoxer Bistümer die Anerkennung des päpstlichen Jurisdiktionsprimats einzufordern. Es ging also nicht darum, sich auf Augenhöhe über die christliche Wahrheit zu verständigen, sondern eher darum, eine administrative Angliederung bestimmter Bistümer zu erreichen. Dies sollte dann erst mit der Zeit auch eine inhaltliche Assimilation nach sich ziehen. Die Bistümer befanden sich in der polnisch-litauischen Rzeczypospolita, die katholisch dominiert war, wo sich die Orthodoxen politisch bedrängt fühlten und die Union als mögliche Lösung einiger ihrer Probleme ansahen.

Die heutige Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche (UGKK) beruft sich auf die Union von Brest als ihren Anfang. Sie kann tatsächlich eine direkte historische Kontinuität behaupten, obwohl ihre Geschichte alles andere als geradlinig und organisch verlief (Hrynchyshyn 1999). Heute umfasst die UGKK rund 10 % der gläubigen Ukrainer, vor allem in Galizien im Westen des Landes, eine Region die bis 1918 zum Habsburgerreich gehörte. Für den Vatikan ist die UGKK allerdings Segen und Fluch zugleich, bietet diese Struktur doch einerseits eine Brücke zwischen Westen und Osten, während sie andererseits einen Keil in die ökumenischen Beziehungen des Vatikans mit der Russischen Kirche treibt. Denn für die Russische Kirche ist die UGKK ein von außen gepflanztes Fremdelement in der orthodoxen Kirchenfamilie – eine „gestohlene Kirche“ (Latinovic/Wooden 2021).

Im laufenden Krieg hat sich die UGKK patriotisch gezeigt und positioniert sich ganz deutlich auf der Seite der angegriffenen Ukraine. Die schon erwähnte Tendenz, mehr über als mit den Ukrainern zu sprechen, hat allerdings dazu geführt, dass sich der Vatikan hingegen nicht ganz eindeutig positioniert hat. Papst Franziskus ruft zum Frieden auf, er beweint die Gewalt, aber in den Augen einiger Kommentatoren bleibt er vor dem entscheidenden Schritt stehen: Russland als Aggressor zu benennen. Für den Vatikan scheint es wichtiger, das Gespräch mit dem Moskauer Patriarchat aufrechtzuerhalten, als in der komplexen Kriegsdiplomatie eine Seite wählen zu müssen. So ist zum Beispiel der ursprüngliche Vorschlag zu deuten, man strebe ein Treffen zwischen Papst und Patriarch für den Juni an.4 Die beiden kamen zuletzt und zugleich erstmals 2015 auf Kuba zu einem historischen Treffen zusammen (du Quenoy 2022). Auch eine Videokonferenz der beiden Kirchenoberhäupter Anfang März wurde medial groß als Erfolg verbreitet, wobei keine konkreten Fortschritte erkennbar sind. Allein Patriarch Kirill von Moskau konnte dadurch seine drohende Isolation in der christlichen Ökumene abstreiten.

Dasselbe gilt dem Vorschlag, am Karfreitag die 13. Station des päpstlichen Kreuzweges mit russischer und ukrainischer Beteiligung als Station der Versöhnung zu gestalten. Von der UGKK kam gleich der Einwand, das sei ein Zeichen der kompletten Ignoranz der tatsächlichen Situation in der Ukraine. Dort geht es nicht um Versöhnung, sondern um legitime Verteidigung gegen einen brutalen Angriff. Auch wurde bemängelt, dass man doch mit der UGKK hätte konferieren können, bevor so eine Entscheidung in die Welt gesetzt würde.5 Der tatsächliche Kreuzweg enthielt dann eine abgeschwächte Form dieser Geste, die fast ohne Worte abgehalten wurde.

Das katholische Narrativ sieht also die Ukraine als Brücke zur Versöhnung zwischen römisch-katholischem und russisch-orthodoxem Christentum, wobei mir scheint, dass diese nur von den beiden Brückenköpfen her gedacht wird. Der Brücke selbst wird nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt.

2.2. Das „russische“ Narrativ

Das absolut dominierende Narrativ ist eines, das auf mehreren Ebenen als „russisch“ bezeichnet werden kann. Dieses Narrativ ist nicht nur dasjenige, das die offizielle russische Staatsideologie seit Jahrhunderten bemüht, sondern auch eines, das die Ukraine als integralen Bestandteil der russischen christlichen Zivilisation ansieht. Das Narrativ bezieht sich vor allem auf die Christianisierung Russlands, die Taufe der Kiewer Rus‘, die laut Chroniken im Jahre 988 am Dnjepr-Fluss in der heutigen Ukraine stattfand (Bremer 2016, 65). Großfürst Wladimir (oder Wolodymyr, nach ukrainischer Schreibweise) ließ sich und sein gesamtes Volk zum Christentum griechischer Prägung Taufen, damit er die Tochter des Kaisers von Konstantinopel heiraten konnte. Diese Erzählung macht die Ukraine zum Ursprungsgebiet des russischen Christentums, wobei die Rus‘ natürlich nur bedingt mit dem heutigen russischen Volk vergleichbar ist. Die Rus‘ bestand aus einer Ansammlung verschiedener slawischer Fürstentümer, die einigen Hinweisen zufolge sogar von skandinavisch-stämmigen Wikingerfürsten regiert wurden (Bremer 2016, 24-25).

In der Zeit nach der Christianisierung verlagerte sich im Zuge der Jahrhunderte andauernden Mongolenherrschaft das Zentrum der Rus‘ von Kiew nach Moskau. Der oberste Bischof der Orthodoxen Kirche der Rus‘ residierte seit 1325 offiziell in Moskau, obwohl er den Titel „Metropolit von Kiew und der ganzen Rus‘“ beibehielt. Infolge des Konzils von Ferrara-Florenz (1438-1445) und des kurz danach erfolgten Untergangs des Byzantinischen Reiches (1453) verstärkten sich die Selbstbehauptungstendenzen der Moskauer Kirchenmänner (Pissis 2020, 63-74). Am Konzil war nämlich eine Kirchenunion zwischen Ost- und Westkirche auf westkirchlichen Prämissen beschlossen worden, während die Eroberung Konstantinopels das Ende des orthodoxen Herrschers bedeutete. Diese beiden Ereignisse deuteten für die Moskauer darauf hin, dass sie jetzt das Zepter in die Hand nehmen müssten um die Lanze der wahren Orthodoxen Kirche hoch zu halten. Das bedeutete auch, dass die der Union mit Rom zugeneigten Teile der Orthodoxen Kirche zurechtgewiesen werden müssten. Dies galt allen voran den durch Konstantinopel neu ernannten Metropoliten Isidor von Kiew, der sich als einer der stärksten Befürworter der Union in Florenz erwiesen hatte (Bremer 2016, 92, Gill 1964, 66-78). Bei seiner Rückkehr nach Moskau wurde er der Häresie überführt und abgesetzt, wobei er noch einige Jahre als Kardinal und päpstlicher Legat in der heutigen Ukraine weiteragierte (Pissis 2020, 67).

Es dauerte noch anderthalb Jahrhunderte, bis die Moskauer Selbständigkeit nicht nur de facto, sondern auch de jure anerkannt wurde. 1589 ernannte der Patriarch von Konstantinopel, das Ehrenoberhaupt der weltweiten Orthodoxen Kirche, den Bischof von Moskau als Patriarch einer eigenständigen Kirche, die das gesamte Großfürstentum Moskau umfasste (Bremer 2016, 92-95; Pissis 2020, 84-85). Als gegen Ende des 17. Jahrhunderts auch die östliche Hälfte der heutigen Ukraine, einschließlich der Stadt Kiew (oder Kyiv in heutiger ukrainischer Schreibweise), an Moskau fiel, wurde auch die kirchliche Zugehörigkeit entsprechend erweitert (Bremer 2016, 97). Seitdem sieht es Moskau als seine Pflicht, Kiew und die gesamte Ukraine als integralen Bestandteil der Russischen Orthodoxen Kirche zu halten. Dabei werden alle Versuche ukrainischerseits, sich von der Moskauer Vormundschaft loszulösen, als unrechtmäßige Abspaltung angesehen.

Das war zum Beispiel der Fall bei mehreren kirchlichen Selbständigkeitsbestrebungen in der Zwischenkriegszeit, die ausnahmslos alle nach der Eingliederung der gesamten heutigen Ukraine in die Sowjetunion am Ende des Zweiten Weltkrieges verboten wurden. Sogar die UGKK, die im ehemaligen Habsburger Galizien überlebt hatte, wurde in einer Schausynode 1946 scheinbar freiwillig in die Russische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats integriert (Shlikhta 2010).

Erst gegen Ende der Sowjetunion beginnen Lockerungen, die unumgänglich zu der Wiedergründung einiger der zuvor eliminierten Kirchenstrukturen führten. Dies waren zuerst die UGKK, dann die in Nordamerika noch bestehende Ukrainische Autokephale Orthodox Kirche (UAOK) und im Laufe der 1990er Jahre noch eine tatsächliche Abspaltung der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats (UOK-MP), die sich Kiewer Patriarchat (UOK-KP) nannte (Wasyliw 2014; Denysenko 2018, 161-184). Alle diese Strukturen konnten innerhalb des ukrainischen Staates relativ frei agieren, denn der Staat hielt sich – im Großen und Ganzen – religiös neutral (Wasyliw 2014, 320). Allerdings war das russische Narrativ zur kirchlichen Zugehörigkeit der Ukraine dermaßen einflussreich, dass nur die UOK-MP international als rechtmäßig anerkannte orthodoxe Kirchenstruktur agieren konnte. Alle anderen wurden – mit Ausnahme der UGKK – als illegitime Abspaltungen betrachtet, mit zwielichtiger Vergangenheit und dubiosen Leitungspersonen.

Diese Konstellation wandelte sich nach der Präsidentschaft Viktor Janukowytschs, der nach den Aufständen auf dem Maidan-Platz in Kyiv 2013-2014 geschasst wurde (Kappeler 2015, 334-340). Während Janukowytsch noch ganz eindeutig pro-russische Sympathien hegte, auch was die Kirchenlandschaft anbetrifft, drehte sich die Stimmung jetzt um. Mit der zunehmenden anti-russischen Stimmung in der Ukraine, insbesondere nach der Annexion der Krim-Halbinsel und den eindeutig pro-russischen Separatistenrepubliken im Osten, wurde auch die vorherrschende UOK-MP vermehrt kritisch beäugt. Allerdings, die Kirchenlandschaft blieb noch relativ stabil bis zum Paukenschlag von 2018, als das griechische Narrativ plötzlich Einzug hielt.

2.3. Das „griechische“ Narrativ

Dieses Narrativ kam in die internationale Öffentlichkeit nachdem Anfang 2018 der damalige ukrainische Präsident Petro Poroschenko nach Aufforderung des Parlaments eine Bitte an Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel, das Ehrenoberhaupt der weltweiten Orthodoxen Kirche, stellte: der Patriarch solle doch bitte dabei helfen, die verzwickte orthodoxe Kirchenlandschaft in der Ukraine zu konsolidieren (Bortnyk 2022). Die UOK-MP sei durch ihre eindeutigen Verbindungen zum inzwischen als gefährlich eingestuften russischen Nachbar nicht mehr als einzige legitime orthodoxe Kirche der Ukraine haltbar. Die UOK-MP hatte zwar versucht, den Link nach Moskau als eine reine Formalität abzutun. Es sei aber schon lange deutlich, dass die Russische Orthodoxe Kirche niemals eine volle Selbständigkeit der ukrainischen Kirche akzeptieren würde. Es hatte schon mehrfach Anfragen nach sowohl Moskau als auch Konstantinopel gegeben, um eine solche Selbständigkeit zu erreichen.

Diesmal stieß die Bitte beim Patriarchen in Konstantinopel auf offene Ohren und dieser schickte zwei seiner Bischöfe mit ukrainischem Hintergrund und diplomatischer Erfahrung in die Ukraine, um dort die Situation zu ergründen. Die beiden – Daniel (Zelinsky) und Hilarion (Rudnyk) – führten Gespräche und bereiteten eine mögliche Autokephalie (kirchliche Selbständigkeit) für die Gesamtorthodoxie der Ukraine vor. Für die Kirchenmänner des griechisch geprägten Patriarchates von Konstantinopel stellte sich nämlich die Geschichte des orthodoxen Christentums in der Ukraine etwas anders dar, als das russische Narrativ sie beschrieb. Das hängt vor allem mit dem anderen Blickwinkel zusammen.

Das Narrativ fängt auch mit der Taufe der Rus‘ im Jahre 988 an. Anders als in der russischen Sicht jedoch, liegt der Fokus nicht auf der Christianisierung der proto-russischen Nation, sondern auf der Inklusion der slawischen Volkstämme in die christlich-byzantinische Sphäre. Die Christianisierung der Rus‘ bedeutete eine Erweiterung der orthodoxen Welt, einen bedeutsamen Schritt in der Zivilisierungsmission der Griechen (Pissis 2020). Durch die Mongolenherrschaft im Mittelalter und der Umsiedlung des Kiewer Metropolitansitzes nach Moskau entfernte sich die slawische Welt zunehmend aus der griechischen Einflusssphäre, aber Kiew blieb für die Griechen ein wichtiger Bezugspunkt, so lange es noch außerhalb des Großfürstentums Moskau agierte (Bremer 2016, 89-90; Pissis 2020, 78-79).

Die oben erwähnte Union von Brest Ende des 16. Jahrhunderts wurde als verheerendes Ereignis von den inzwischen unter osmanischer Herrschaft stehenden griechischen Orthodoxen wahrgenommen. Darunter auch Patriarch Theophanes von Jerusalem, der 1620 nach Kiew reiste, um die orthodoxe Hierarchie innerhalb Polen-Litauens wieder zu errichten (Thomson 1998, 66-67). Somit gab es einen Patriarchen in Moskau, der selbständig war und einen Metropoliten in Kiew, der sich parallel zu der griechisch-katholischen Kirche behaupten musste und den Patriarchen in Konstantinopel als sein Oberhaupt ansah. Als dann in den 1680er Jahren das Moskauer Reich sich auch auf die linksufrige Ukraine, inklusive der Stadt Kiew, ausweitete, forderte der Moskauer Patriarch Joachim seinen Amtsbruder Dionysius in Konstantinopel auf, ihm die Zuständigkeit über Kiew zu überlassen (Tchentsova 2022). Dieser Bitte wurde in einem Dokument von 1686 stattgegeben, unter gewissen Bedingungen.

Die Bedingungen von 1686 spielten über Jahrhunderte nur eine untergeordnete Rolle. Im Jahre 2018 aber entschied sich Patriarch Bartholomäus dafür, auf ihre wiederholten Verletzungen hinzuweisen. Er verwies auch auf den Kontext des Dokuments, das im Patriarchat von Konstantinopel schon kurz nach seiner Erstellung wegen Simonie – Käuflichkeit – verurteilt worden war. Das Dokument von 1686 wurde kurzerhand zurückgezogen und die kirchliche Zuständigkeit für die Ukraine wurde somit wieder an Konstantinopel zurücküberführt. Dieser Schachzug ermöglichte es Bartholomäus, für Ende Oktober ein Vereinigungskonzil aller in der Ukraine tätigen Bischöfe einzuberufen, nachdem er die beiden nicht anerkannten ukrainischen Kirchenstrukturen bis zu diesem Konzil legalisiert hatte. Somit war die Szene gesetzt für die Errichtung einer einheitlichen ukrainischen orthodoxen Kirche für alle.

Allerdings wurde das Vorgehen von dem Moskauer Patriarchat als illegitim verurteilt und den Bischöfen der UOK-MP wurde die Teilnahme am Vereinigungskonzil verboten. Das Ergebnis war somit die de facto Vereinigung zweier von Moskau als schismatisch angesehenen Kirchenstrukturen in die neue, von Konstantinopel anerkannte Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU). Außerdem brach Patriarch Kirill von Moskau die Kommunion mit dem Patriarchat von Konstantinopel ab und verbot allen Klerikern der russischen Kirche jegliche Zusammenarbeit mit Vertretern der Kirche von Konstantinopel (Bremer, Kizenko, Brüning 2022, 11). Dieses Verbot ist inzwischen auch auf die Kirchen von Zypern, Alexandrien und Griechenland ausgeweitet worden, weil diese die OKU anerkannt haben.

Für das griechische Narrativ ist ersichtlich, dass die OKU die wahre orthodoxe Kirche der Ukraine ist, während die UOK-MP ein auslaufendes Modell sei. Dieses Narrativ hat wenig Interesse an nationalpatriotischen Gedanken, sondern versucht die Orthodoxie als eine durch griechischer Kultur geprägte religiöse Realität zu sehen, die in Konstantinopel zentriert ist. Dabei spielen geopolitische Zusammenhänge und auch machtpolitische und wirtschaftliche Erwägungen eine untergeordnete Rolle, zumindest in der offiziellen Rhetorik. Das ermöglicht dem Patriarchat von Konstantinopel, sich als die „gute Seite“ darzustellen, die dem eindeutig von geopolitischen Überlegungen angetriebenen Patriarchat von Moskau gegenübersteht.

2.4. Die Narrative in Kriegszeiten

Seit dem 25. Februar, 2022, dem Anfang des russischen Angriffskrieges in der Ukraine, lassen sich diese Positionierungen gut live erleben. Das russische Narrativ, von Patriarch Kirill von Moskau angeleitet, sieht den ukrainischen Staat in der Gefahr, von westlichen Ideen zum moralischen Verderben getrieben zu werden. Die einzige Rettung vor einem solchen Schicksal ist die Wiederangliederung an Russland, sowohl politisch als auch kirchlich. Nachdem rund ein Drittel der Bischöfe der UOK-MP sich dafür entschieden haben, Patriarch Kirill nicht mehr an dem dafür vorgesehenen Platz in der Liturgie zu erwähnen, deutete dieser die Entscheidung damit, dass sie vor den vermeintlich „verwestlichten“ ukrainischen Autoritäten Angst hätten.6 Es kam ihm offensichtlich nicht in den Sinn, dass seine eigene pro-russische Haltung zum Kriegsgeschehen eine entscheidende Rolle spielen könnte.

Während die UOK-MP vor dem Krieg noch ganz eindeutig die größte Kirchenstruktur in der Ukraine war, wird sie zunehmend bedrängt. Unter anderem werden derzeit im ukrainischen Parlament zwei Anträge behandelt, die ein Verbot der UOK-MP als ausländisch geleitete Struktur fordern. Obwohl ein solches Verbot dem russischen Narrativ als perfekte Bestätigung gelten könnte, ist eine knappe Mehrheit der Ukrainer dafür. Das russische Narrativ ist in der Ukraine nicht mehr willkommen, obwohl es natürlich nicht völlig abwegig ist.

Das griechische Narrativ ist auch aktiv. Im laufenden Krieg ist es am deutlichsten zu erkennen gewesen in einer Deklaration von leitenden orthodoxen Theologen weltweit zur Verurteilung der Doktrin von der „russischen Welt“ (russkii mir).7 Diese Doktrin hat eine lange Vorgeschichte als kulturelles und sprachliches Programm, bis sie zuerst von Patriarch Kirill und später von Vladimir Putin in den 2010er Jahren zur offiziellen Staatsmaxime gemacht wurde (Rousselet 2022). Sie geht davon aus, dass es eine „russische Welt“ gibt, die ein konservatives religiöses und wertepolitisches Fundament habe, das alle Russen weltweit eint. Dabei zählen die Ukrainer selbstverständlich dazu, genau wie die Weißrussen. Die Deklaration gegen diese Doktrin hatte innerhalb wenigen Tagen mehrere hundert Unterstützer und bis Mitte April über 1350 Unterschriften bekommen. Die Deklaration verurteilt die Lehre in sechs Punkten, die jeweils mit biblischen Zitaten eingeleitet werden. Dabei werden zwar keine Namen genannt, aber einige der Anklagen können sehr wohl auf bestimmte Akteure zurückverfolgt werden, vor allem Patriarch Kirill von Moskau. Im Punkt sechs wird zum Beispiel ganz explizit Folgendes gesagt:

Wir verurteilen daher jede Lehre oder Handlung als nicht orthodox und lehnen sie ab, die sich weigert, die Wahrheit auszusprechen, oder die Wahrheit angesichts der Übel, die gegen das Evangelium Christi in der Ukraine verübt werden, aktiv unterdrückt. Wir verurteilen aufs Schärfste jedes Gerede vom ‚Bruderkrieg‘, von der ‚Wiederholung der Sünde Kains, der seinen eigenen Bruder aus Neid tötete‘, wenn es nicht ausdrücklich die mörderische Absicht und die Schuld der einen Partei gegenüber der anderen anerkennt (Offenbarung 3,15-16).

Für das griechische Narrativ, das über alle weltlichen Dinge erhaben zu sein scheint, mag diese Verurteilung Sinn ergeben. Für diejenigen, die dem russischen Narrativ auch nur einen Hauch Glauben schenken, ist hier aber eine ganz deutliche Schlagseite auf die UOK-MP und vor allem gegen ihr Oberhaupt Metropolit Onufrii (Berezovsky) zu erkennen. Am Tag des russischen Angriffs hat dieser nämlich eben eine „Wiederholung der Sünde Kains“ angeprangert8, wobei er deutlich zu erkennen gab, wen er als schuldig in dieser Affäre ansieht. Des Weiteren hatte der selbst ernannte Patriarch Filaret von Kyiv schon 2014 Putin einen neuen Kain genannt (Denysenko 2018, 195),9 sodass dieser Topos in der Ukraine eine konkrete Bedeutung hat. Obwohl also die Ansicht hinter der Verurteilung deutlich bleibt, könnte dies ein wunder Punkt für einige orthodoxe Gläubige und Theologen darstellen, der das griechische Narrativ trübt.

Dasselbe könnte auch vom Punkt fünf genannt werden, der „jede Förderung des geistlichen „Quietismus“ unter den Gläubigen und dem Klerus der Kirche, vom höchsten Patriarchen bis hinunter zum bescheidensten Laien, als nicht orthodox [verurteilt und ablehnt]. Wir tadeln diejenigen, die für den Frieden beten, es aber versäumen, aktiv Frieden zu schaffen, sei es aus Angst oder aus Mangel an Glauben.“ Das ist genauso eine gut gemeinte, aber in vielen konkreten Situationen deutlich zu differenzierende Aussage. Wo „geistlicher Quietismus“ aufhört and wo „aktives Friedenschaffen“ anfängt ist keine einfache Frage und so eine pauschale Verurteilung ist nicht unbedingt förderlich. Der russische Theologe (im Exil) Andrey Shishkov hat eine theologisch fundierte Kritik an dem Dokument verfasst, in der er vor allem die Stilisierung als „neue Barmen-Deklaration“ anprangert.10 Eher als das Manifest eines bedrängten christlichen Bewusstseins sei die Deklaration ein von außen auf die Situation gerichteter moralischer Zeigefinger, der von Paternalismus und sogar Kolonialismus zeuge.

3. Fazit und Zusammenfassung

Die ukrainische Kirchensituation ist komplex und sie wird durch die Existenz der drei beschriebenen Narrative weiter verkompliziert. Das ist besonders der Fall, weil sich alle drei Sichtweisen mehr um ihre eigene Rolle in der Lösung des ukrainischen „Problems“ sorgen als darum, die Ukrainer selbst als mündige Konfliktlöser darzustellen. Es ist deutlich, dass in den gegenwärtigen militärischen Auseinandersetzungen externe Hilfe für die Ukrainer nötig und auch willkommen ist. In der Kirchenfrage ist aber eine solche Hilfe nicht immer zielführend. Der erste Schritt für alle Beteiligten wäre, sich mit Stimmen aus der Ukraine selbst eingehender zu befassen, als das bisher oft der Fall gewesen ist. Das ist zum Beispiel das Anliegen der neu geschaffenen Webseite Ethos, die solche Stimmen bereitstellen möchte.11 Hier geht es darum, die Ukrainer selbst in religiösen Fragen zu Wort kommen zu lassen, möglichst in einer nicht-konfrontativen und offenen Atmosphäre. Außerdem liegen alle dort vorhandenen Texte in englischer und französischer Fassung vor.

Ein Blick auf diese Stimmen verdeutlicht, dass die Ukraine sich selbst oft als Brücke zwischen Ost und West, oder als Grenzland zwischen Großmachteinflüssen sieht und gelernt hat, damit umzugehen. Es gibt in der Ukraine den Diskurs einer „Kirche von Kyiv“. Dies ist eine Kirche, die unabhängig von Moskau, Konstantinopel und auch von Rom eine ukrainische Form des Christentums leben würde (Keleher 1998; Brüning 2022). Dort würden die Einflüsse von allen drei genannten christlichen Zentren anerkannt und die Ökumene gelebt. Dieser Diskurs ist natürlich ein idealistischer und oft sogar marginaler, aber er ist dennoch vorhanden und könnte eventuell eine Lösung darstellen.

Auch in kleinerem Maßstab gibt es diese Art von Diskursen. Der griechische Theologe Nikolaos Dimitriadis veröffentlichte zum Beispiel am 6. April den Vorschlag, eine Art Doppelkirche in der Ukraine zu etablieren – eine orthodoxe Kirche mit zwei parallelen Hierarchien, bis die Zeit für eine Verschmelzung reif sei.12 Diese Kirche würde sowohl Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel als auch Kirill von Moskau in der Liturgie erwähnen.

Es gibt viele weitere mögliche Wege, aber so lange der Krieg tobt, bleiben die meisten Vorschläge Gedankenexperimente. Welche Lösungen sich nach dem Krieg als durchführbar präsentieren, bleibt abzuwarten. Es wird in den Kreisen russischer Exil-Intellektueller im Westen daran gearbeitet, die Möglichkeiten für einen Neuanfang für das Moskauer Patriarchat auszuloten, denn es wird schwierig, nach dem Ende des Krieges mit Patriarch Kirill und seiner Entourage ernsthafte Zukunftspläne zu schmieden. Zumindest das russische Narrativ hat sich im Laufe des Krieges als unvereinbar mit der politischen Realität der gegenwärtigen Ukraine erwiesen. Nur ein Sieg Russlands mit anschließender brutaler und dauerhafter Unterdrückung des ukrainischen Staatswillen würde dem russischen Narrativ jetzt noch die Oberhand geben können. Das scheint nicht im Interesse der westlichen Politik zu sein. Die beiden anderen Narrative sind nicht so an den Ausgang des Krieges gebunden, aber könnten auch kleinere Korrekturen vertragen. Es bleibt zu hoffen, dass auch die ukrainischen Stimmen zunehmend gehört werden und sich eine einvernehmliche Neugliederung der ukrainischen Kirchenlandschaft ohne paternalistischer Einmischung von außen ergeben kann – sobald sich ein Frieden gefunden hat und die gröbsten Kriegsschäden beseitigt sind. Das wird aber leider auf alle Fälle noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Literatur

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